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Einleitung

Natürlicherweise im Untergrund ablaufende Abbau- und Rückhalteprozesse können die Ausbreitung von Schadstoffen in der ungesättigten und gesättigten Bodenzone verlangsamen und unter günstigen Bedingungen zu einem Schrumpfen von Schadstoffahnen führen. Sie werden unter dem von der US-EPA definierten Begriff "Natural Attenuation" zusammengefasst. Eine Langzeitüberwachung der Natural Attenuation Prozesse sieht die US-EPA als Voraussetzung für die Akzeptanz von Natural Attenuation. Der Begriff "Monitored Natural Attenuation" wurde deshalb von der amerikanische Umweltbehörde geprägt. Der Übergang zwischen Natural Attenuation und aktiven Sanierungsmaßnahmen ist fließend. In der EPA Definition besteht eine strikte Trennung durch den Ausschluss der menschlichen Einflussnahme. Für Maßnahmen welche die natürlichen Prozesse unterstützen und ihre Leistung steigern, wurde der Begriff "Enhanced Natural Attenuation" geprägt.

In Deutschland existiert trotz intensiver Diskussion bislang noch keine eigenständige begriffliche und inhaltliche Definition von Natural Attenuation. Die Akzeptanz der Schadstofffahne im Grundwasser als Reaktionsraum für Natural Attenuation steht im Konflikt mit dem Wasserrecht. Die zu betrachtenden langen Zeiträume von mehreren Jahrzehnten werfen auch die Frage nach der Sicherstellung der Verantwortlichkeit über Generationen auf.

Direkt daraus leitet sich dann auch der gesellschaftliche Umgang mit Natural Attenuation ab. Obwohl das Schlagwort vom "qualifizierten Nichtstun" mittlerweile überholt zu sein scheint, fehlt es an fachlichen Kriterien und rechtlichen Bewertungen: Welche Prozesse sind für den natürlichen Rückhalt und Abbau maßgeblich verantwortlich und wie können diese nachgewiesen und in Form einer Prognose bewertet werden? Die Bewertung bezieht sich dabei auf die Gefahrenbeurteilung, die Beurteilung der Sanierungsnotwendigkeit und die Möglichkeit der Einbindung in aktive Sanierungsstrategien.